CO2 in geschlossenen Räumen: Gesundheitsschädlich?

Was ist CO2 eigentlich? 

CO2 (Kohlenstoffdioxid) ist ein geruchloses unsichtbares Gas. Es ist ein natürlicher Bestandteil unserer Atemluft und wichtig für Steuerungsvorgänge in unseren Körpern. Man kann es daher nicht per se als giftig ansehen. Aber wie meist spielt auch hier die Konzentration eine große Rolle.

Unsere Atemluft 

Die normale Atemluft besteht zu 78,8% aus Stickstoff und zu 20,9% aus Sauerstoff. Den Rest teilen sich Edelgase und eben Kohlenstoffdioxid. Allerdings liegt dessen Konzentration nur bei 0,04 Vol-% oder 400 ppm. Der Sauerstoff aus der Luft wird im Körper für die Verbrennung von Nahrungsbestandteilen und damit die Energieerzeugung benötigt. Bei diesem Prozeß entsteht CO2, das über das Blut zu den Lungenbläschen transportiert wird. Hier erfolgt der Gasaustausch. Sauerstoff tritt in das Blut über und wird auf die Körperzellen verteilt. CO2 tritt in die Lunge über und wird ausgeatmet. Die Gase bewegen sich immer in Richtung der jeweils niedrigeren Konzentration. Auf diese Weise wird ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid im Körper aufrechterhalten.

Ist die CO2-Konzentration in der Atemluft höher als normal, kann das CO2 aus dem Blut nicht in der notwendigen Menge in die Lunge übertreten und somit kann das Blut nicht genügend Sauerstoff aufnehmen. Das Problem ist also nicht etwa mangelnder Sauerstoff, sondern ein Zuviel an Kohlenstoffdioxid in der Atemluft.

Die Luft in geschlossenen Räumen 

Der menschliche Körper „produziert“ laufend CO2 und gibt es an die Umgebungsluft ab. Damit steigt mit der Zeit unweigerlich dessen Konzentration im Raum. Das gilt umso mehr, wenn sich mehrere Menschen über einen längeren Zeitraum in der Räumlichkeit aufhalten. Hinzu kommen noch die natürlichen Ausdünstungen der menschlichen Körper, der Kleidung und sogar der Möbel, Bodenbeläge und Baustoffe. Die Luft wird mit der Zeit immer schlechter und der oben beschriebene Gasaustausch in der Lunge wird behindert. Das hat verschiedene negative Auswirkungen auf das menschliche Befinden und die Gesundheit. Grob gesagt, ergeben sich bei steigender CO2-Konzentration folgende körperliche Symptome:

  • 1 bis 1,5 % … geringe Auswirkungen, aber wachsende Konzentrationsschwäche 
  • 3 % … Müdigkeit, vertiefte Atmung, Kopfschmerz, erhöhter Blutdruck und Puls, nachlassendes Hörvermögen 
  • 4 bis 5 % … tieferes und schnelleres Atmen, deutliche Vergiftungssymptome 
  • 5 bis 10 % … mühsame Atmung, Kopfschmerz und Verlust des Urteilsvermögens
  • über 10 % … Bewusstlosigkeit innerhalb von 1 min., akute Lebensgefahr 

Natürlich werden auch bei Anwesenheit vieler Menschen in einem Raum keine Werte der CO2-Konzentration erreicht, die akute Lebensgefahr bedeuten. Aber Werte ab 2 % beeinträchtigen das Wohlbefinden und die Arbeitsfähigkeit doch schon sehr stark. Allerdings verschwinden die Beschwerden recht schnell, wenn man den betroffenen Raum verläßt. Was aber, wenn man langfristig immer wieder solchen Bedingungen ausgesetzt ist?

Langfristige Auswirkungen „schlechter Raumluft“ 

Menschen, die sich durch Ihre Tätigkeit immer wieder über Stunden in Räumen mit schlechter Luftqualität und zu hoher CO2-Konzentration aufhalten, werden während dieser Zeit naürlich auch immer wieder die oben genannten Symptome aufweisen. Das heißt aber auch, dass sie in dieser Zeit nicht ihre wahre Leistungsfähigkeit abrufen können. Das trifft zum Beispiel oft auf Schüler, Studenten und Lehrkräfte zu. Aber auch in Großraumbüros und Versammlungsräumen findet man solche Erscheinungen.

Wird schlechte Luft über mehrere Stunden am Tag zur Dauerbelastung, können die genannten Beschwerden chronisch werden. Kopfschmerzen zum Beispiel verschwinden dann nicht mehr nach Verlassen des Raumes. Das ständige Unwohlsein kann auch zu wirklich dauerhafter Mattigkeit über den Tag und zu Schlafstörungen während der Nacht führen. Die betroffenen Personen verspüren mit der Zeit ein stetes Krankheitsgefühl, da durch den CO2-Überschuss im Körper der Stoffwechsel nicht mehr richtig funktioniert und Abfallprodukte nicht in genügendem Maße ausgeschieden werden können. Oft entwickelt sich auch eine erhöhte Sensibilität gegenüber Allergenen.

Gegenmaßnahmen

Das Problem der schlechten Raumluft ist erst in den letzten Jahrzehnten zutage getreten. Ursache sind die aufgrund der gesetzlichen Vorschriften zur Energieeffizienz immer luftdichter werdenden Gebäudehüllen. Der früher von ganz allein stattfindende Luftaustausch zwischen Innenräumen und der Umwelt außerhalb der Gebäude existiert praktisch nicht mehr. Im Prinzip würde eine regelmäßige und gründliche Lüftung der betroffenen Räume schon ausreichen, um die CO2-Konzentration auf das Normalmaß zu senken und andere Luftverunreinigungen abzuführen. Nur ist das nicht immer möglich, weil z.B. Straßenlärm den Unterricht oder Versammlungen stören würde. Es müßte ein Lüftungsregime eingeführt und durchgesetzt werden, das das Lüften auf belegungsfreie Zeiten und Pausen verlegt. Das ist aber oft nicht der Fall, weil die Verantwortlichen das Problem nicht sehen (wollen).

Eine elegante Möglichkeit ist der Einbau einer bedarfsgerechten Lüftungsanlage. Dazu hält Felderer eine Vielzahl an energieeffizienten Lösungen bereit.